
„Amoklauf in Graz: Kommunizieren, wenn das Wort im Hals stecken bleibt“
Wenn etwas Furchtbares passiert, erinnern wir uns oft sehr lange und sehr genau an die Situation, die Örtlichkeit oder den Moment, wie wir davon erfahren haben. Der Amoklauf in einer Grazer Schule im Juni 2025 gehört für viele Menschen zu so einem tragischen Ereignis. Neben den zahlreichen Einsatzkräften, die an diesem unvergesslichen Tag Menschen gerettet und geschützt haben, die wieder Sicherheit und Ordnung hergestellt haben, waren in ähnlicher Geschwindigkeit auch die PR-Abteilungen und Medien gefordert, um erste verifizierte Informationen und Fakten an die Öffentlichkeit zu kommunizieren und dabei unter anderem an den Opferschutz, den Umgang mit Betroffenen, polizeiliche Ermittlungen, Nachahmungstäter und den Datenschutz zu denken.

Darüber, aber auch über ihre persönlichen Eindrücke berichteten gestern (5. März 2026) bei einem Clubabend Roman Sommersacher (Stabsstelle Verwaltungs- und Krisenkommunikation Stadt Graz), Sabri Yorgun (Pressesprecher Landespolizeidirektion Steiermark) sowie Stefan Loseries (Pressesprecher-Stellvertreter, Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Steiermark). Rund 60 Interessierte waren dabei, als die drei berichteten, wie sie in dieser Ausnahmesituation über Kommunikationsmaßnahmen entschieden haben, wie die Koordination untereinander funktionierte und welche Rolle die sozialen Medien in diesem Kontext spielen.

„Wichtig ist für uns als Polizei in einer solchen Situation, kein Informationsvakuum entstehen zu lassen, aber dennoch abzuwägen, welche Informationen die Bevölkerung tatsächlich braucht“, erklärte Yorgun. Sowohl Opfer- als auch Täterschutz spielen bei diesen Überlegungen eine Rolle. Entscheidend sei auch, dass sich die einzelnen Player auf ihre tatsächlichen Zuständigkeiten konzentrieren und in ständiger Abstimmung seien. „Wir kommunizieren in solchen Krisensituationen immer nur was wir tun, nie, was wir sehen“, so Loseries vom Roten Kreuz. Nicht erst seit dem schrecklichen Amoklauf ist aber nicht nur für Sommersacher eines klar: „Jede Krise ist individuell, auf eine solche Situation kann dich kein noch so gut ausgearbeiteter Kommunikationsplan vorbereiten.“
Der Clubabend wurde gemeinsam mit dem PRVA Steiermark veranstaltet, durch den Abend führten Andreas Rieger (PRVA Steiermark) und Alexandra Reischl (Steirischer Presseclub).